By Michael Schacht

Seit den Arbeiten von J. L. Moreno hat sich das Psychodrama stetig weiterentwickelt. Dennoch fehlt, so die those des Autors, eine aktuellen Ansprüchen genügende genuin psychodramatische Therapietheorie. Er entwickelt in diesem Buch ein zeitgemäßes Störungsverständnis sowie ein Modell therapeutischer Prozesse, um daraus spezifische Therapiestrategien abzuleiten. Diese werden an vielen Fallbeispielen erläutert. Verfahrensübergreifend zeigt der Verfasser Verbindungen zu aktuellen psychotherapeutischen Ansätzen auf. Er betont die Integrationskraft des Psychodramas, das in der aktuellen Therapielandschaft spezifische Akzente setzen kann.
So ist das Buch nicht nur für PsychodramatikerInnen von Interesse, sondern für alle in beraterischen und therapeutischen Berufsfeldern Tätigen, die sich über aktuelle Entwicklungen jenseits des eigenen verfahrensspezifischen Tellerrands informieren möchten und Hilfen für ihre praktische Arbeit suchen.

"Mit den hier vorgestellten Modellen [liegt] eine bedeutsame Erweiterung der theoretischen Grundlagen des Psychodramas vor, wie sie nach Moreno nicht mehr erfolgt ist." ÖAGG

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Eben dies ist mit den impliziten Repräsentationen der psychosomatischen Ebene per definitionem nicht möglich. Sie bleiben immer flüchtig, wie jedes Erleben auf der psychosomatischen Rollenebene. Eine aus psychotherapeutischer Sicht wichtige Erscheinungsform dieser Repräsentationen soll hier kurz genannt werden. Bei Menschen, die an posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, zeigen sich „psychosomatische“ innere Repräsentationen mitunter deutlich. Im Flashback erlebt die Person Sequenzen des traumatischen Ereignisses wie bei einem mit allen Sinnesqualitäten angereicherten Videoclip, in dem sie selbst gefangen ist.

In diesem Fall können Gefühle zwar sehr differenziert gedacht, jedoch nicht mehr entsprechend gefühlt werden. Auf der anderen Seite bliebe das Gefühlsleben holzschnittartig, wenn „psychosomatische“ und „psychodramatische“ Kompetenzen nicht durch solche der soziodramatischen Rollenebene ergänzt würden. Den vielschichtigen Anforderungen, denen sich Erwachsene im Alltag üblicherweise stellen müssen, werden diese mit einem derart einfach gestrickten Gefühlsleben nicht gerecht. MitarbeiterInnen, die auf ihre Vorgesetzten – zu Recht – wütend sind, können diesen Emotionen nicht einfach freien Lauf lassen.

Wenn dies der Fall ist, entstehen allmählich relativ dichte, plastische und in sich einigermaßen nachvollziehbare Bilder von der Person selbst und den wichtigen Mitmenschen. Sie sind in sich schlüssig, weil die Repräsentationen der soziodramatischen Ebene zur inneren Ordnung und Logik der Darstellung beitragen. Widersprüchliche Eigenschaften bzw. Rollen können integriert werden. Unterschiede zwischen Selbst und Anderen werden wahrgenommen und toleriert. Die Bilder sind gleichzeitig dicht und plastisch, weil die Aussagen zumindest vereinzelt durch beispielhafte Geschichten ergänzt werden, die häufig die Handschrift „psychodramatischer“ Repräsentationen tragen.

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